Warum der Fußball der Lieblingssport der Deutschen wurde

Warum der Fußball der Lieblingssport der Deutschen wurde

International gibt es keinen zweiten Massensport, der sich solch großer Beliebtheit erfreuen kann, wie der Fußball. Von Lateinamerika bis Europa hat der Kicksport einen Großteil der Menschen in seinen Bann gezogen. So auch in Deutschland. Vielleicht noch stärker als in anderen Ländern ist Fußball der absolute Lieblingssport der Deutschen. Worauf ist diese Liebe zurückzuführen?

Kommerzialisierung des Sports
Der Fußball ist einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Alleine in der 1. Bundesliga konnten die 18 Mannschaften einen neuen Rekord mit über 3,24 Milliarden Euro Umsatz aufstellen, was einer Steigerung von 23 % im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr entsprach (2,62 Milliarden Euro). In der 2. Bundesliga erreichte man ebenfalls einen neuen Rekord mit über 603 Millionen Euro. Diese Entwicklung hat einen starken positiven Einfluss auf die Wirtschaft, da durch Steuern und Abgaben mehr als eine Milliarde Euro an den Staat gingen. Das Wirtschaftswachstum beflügelt ebenfalls das Geschäft rund um den Fußball. So gibt es immer mehr Fans, die ihre umfangreichen Kenntnisse des Sports nutzen, indem sie verschiedene Quoten auswerten und bei Fußball-Wetten auf Teams setzen. Hierfür hat sich online ein ausgeklügeltes System etabliert, um die besten Vergleiche tätigen zu können. Die Infrastruktur ist aber auch in anderen Bereichen gut ausgebaut: So gibt es weitreichende TV-Übertragungen und ebenfalls immer mehr Livestreams von Spielen im Internet. Sponsoring und Fanartikel sind weitere Bestandteile der Kommerzwelt des Fußballs.

Fußball ist Emotionssache 
Die Beliebtheit des Fußballs ist jedoch nicht nur auf eine reine kommerzielle Entwicklung zurückzuführen, sondern steht auch in Wechselwirkung mit der Liebe zum Fußball und den damit verbundenen Emotionen in Deutschland. Der Ballsport hat sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. In Deutschland wurden schon Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Vereine gegründet und viele Menschen spielten selber aktiv Fußball. Den absoluten Durchbruch erlange der Fußball in Deutschland durch die WM 1954, als die deutsche Nationalmannschaft überraschend ihren ersten Weltmeistertitel errang. Dies verstärkte nur die Entwicklung einer regelrechten Fußballkultur in Deutschland, die weit über Fanartikel, Bratwürstchen und Bier hinausging. Der Fußball ist in Deutschland mit vielen Emotionen verbunden und wird daher nicht nur als rein sportliches Ereignis betrachtet.

WM 2006 als Auslöser für Fußballpatriotismus
Dies war besonders ersichtlich bei der WM 2006, die in Deutschland ausgetragen wurde und die Blicke der Welt somit auf dieses Land richtete. Dadurch entstand eine Welle des Fußballpatriotismus, die bundesweit zu spüren war und seitdem anhält. Beflügelt wurde das Gefühl besonders durch den Weltmeistertitel 2014 in Brasilien: Bei der WM 2014 konnte die deutsche Elf den Gastgeber mit einem grandiosen 7:1 bezwingen. In diesem Jahr findet die Weltmeisterschaft in Russland statt. Hier möchte „Die Mannschaft“ natürlich ihren Titel verteidigen und es gibt jetzt schon Spekulationen über die Chancen der Deutschen. So hat die Losziehung es gut mit Deutschland gemeint und die Chancen stehen gut für einen Gruppensieg und auch die potenziellen Gegner in der KO-Phase.

Der Fußball ist also nicht nur ein einfacher Sport in Deutschland, sondern hat es geschafft, ein Gemeinschaftsgefühl zu wecken, welches durch alle gesellschaftlichen Schichten läuft. Selbst Menschen, die sich nicht für den Vereinsfußball interessieren, sind Feuer und Flamme bei den Spielen der Nationalelf. Das macht Köning Fußball keiner so schnell nach.

 

 

Stocksanap
Foto Fussball ist Emotionssache

Pexels
Warum der Fußball der Lieblingssport der Deutschen wurde Fotoquelle pexels-photo-270085

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.