Wanderer und Radfahrer in Ottobeuren im Allgäu

Vom Kloster in die Teufelsküche
Ottobeuren hält für Wanderer und Radfahrer viele Überraschungen bereit.

Wie sieht es eigentlich in der „Teufelsküche“ aus? Wo genau liegt das „Kneippland“? Und wie klingen „Geologische Orgeln“? Wer glaubt, es gebe auf der Welt keine Geheimnisse mehr, der sollte im Unterallgäu auf Entdeckungstour gehen: Rund um die Klostergemeinde Ottobeuren erstreckt sich ein wahres Outdoor-Paradies für Aktivurlauber – mit einmaligen Naturphänomenen, die sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken brauchen.

Längst schon gehört das Allgäu zu den Klassikern und gleichzeitig den populärsten Outdoor-Regionen Deutschlands. Wer hier unterwegs ist, genießt Postkartenidylle: Rings um Ottobeuren begleiten sanfte Hügel und duftende Wiesen Wanderer und Radfahrer auf ihren Touren im Tal der westlichen Günz, moderate Steigungen wecken den Ehrgeiz. Und immer wieder heben sich schmucke Kapellen von dem allgegenwärtigen Alpenpanorama ab – laut aktuellen Umfragen schaut sich jeder Zweite auf Reisen gerne die christlichen Bauwerke an.

Praktisch: Eine Wanderkarte für Naturfreunde und Radfahrer listet neben den schönsten Einkehr-Möglichkeiten gleich auch dutzende kulturhistorisch interessante Kapellen rund um Ottobeuren auf. Freilich können die nicht der mächtigen Benediktinerabtei, die zu den größten barocken Gebäudekomplexen Europas gehört, und der prächtig ausstaffierten Basilika das Wasser reichen. Müssen sie auch nicht. Denn für das flüssige Element ist hier im „Kneippland“ nur einer zuständig: der „Wasserdoktor“ und Pfarrer Sebastian Kneipp, der zeitlebens in seiner Heimatregion wirkte und ihr seinen eigenen Stempel aufgedrückt hat.

Das kulturelle Erbe der Kirche und des Hydrotherapeuten erschließt sich Aktivurlaubern in und um Ottobeuren auf einem vielfältigen Wegenetz. Eine Wanderung nach Guggenberg bietet zum Beispiel einen herrlichen Blick auf das rund 80 Höhenmeter tiefer gelegene Ottobeuren samt Kloster und ein Ausflug zum Motzenbach, entlang der „Mühlenstraße Oberschwaben“, erinnert an das wasserbautechnische Schaffen der Mönche.

Gesundheitsbewusste wählen dagegen den Nordic Walking Parcours in der Schelmenheide und dem Bannwald oder den Sebastian-Kneipp-Wanderweg hinaus nach Stephansried, dem Geburtsort des Pfarrers. Und für alle, die sich nicht entscheiden können, ist der Kneipp-Aktiv-Park genau der richtige Mix. In direkter Nachbarschaft des Klosters nach der Fünf-Säulen-Lehre des „Wasserdoktors“ angelegt, vermittelt der Park den Dreiklang von Natur, Kultur und Spiritualität: Zwei lokale Pilgerwege, der Ulrichsweg und der Marienweg, durchziehen das Gelände als orientierende Glaubenszeichen, die Wege enden an einer Lourdes-Grotte und auf dem Kalvarienberg. Wasserkuren, Entspannungskurse, Musik-Meditation und andere Gesundheitsanwendungen tun im Kneippkurort dann ihr übriges.

Soll es etwas ausgefallener sein, finden Wanderer zwischen den üppigen Auwäldern und Blumenwiesen des Biotopverbunds Günztal seltene Naturschönheiten. Ein bayernweit einmaliges Ziel sind zum Beispiel die „Geologischen Orgeln“, eine als Geotop geschützte, 600.000 Jahre alte Gesteinsformation mit bis zu 15 Meter hohen Felsröhren.

In einem zweiten Geotop zwischen Ronsberg und Obergünzburg kommen Besucher in die „Teufelsküche“. Der Legende nach soll zwischen den haushohen Gesteinsformationen, die die Mindelkaltzeit vor etwa 370.000 Jahren hinterlassen hat, eine Familie gehaust haben – bis ihr ein selbst gekelterter Wein aus giftigen Beeren zum Verhängnis wurde.

Naturdenkmäler, historische Sehenswürdigkeiten und vieles mehr sind übrigens auch in der interaktiven Radfibel „Radfahren im Kneippland® Unterallgäu“ verzeichnet, die den gesamten Landkreis für Hobbyradler und Sport-Biker erschließt. Die Strecken sind im Internet unter www.radportal-unterallgaeu.de mit GPS-Tracks hinterlegt und im Download zugänglich. Alle 46 Routen sind detailliert beschrieben. Touren, die sich besonders für Familien eignen, sind ebenso eigens ausgewiesen wie die durchgängig asphaltierten Rennradstrecken extra markiert wurden.

So lässt sich die Voralpenlandschaft von Ottobeuren nach Süden bis in den Illerwinkel und im Osten bis ans Mindeltal und ins Kammeltal, nach Norden auf den Spuren der „Schwäbischen Kartoffeltour“ bis Neu-Ulm oder Günzburg und im Westen bis ins Oberschwäbische hinein durchradeln. Die Möglichkeiten reichen von kürzeren Ausflügen und Rundfahrten über ausgedehnte Tagestrips bis hin zu anspruchsvollen Mehr-Tages-Touren.

 

Weitere Informationen:
Touristikamt Kur & Kultur Ottobeuren,
www.ottobeuren.de

Foto: Radeln mit Buschelkapelle Ottobeuren (c) Christian Prager

 

 

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