Das Museums- Gebäude ist das Geburtshaus von Dr. Heinrich Geißler (1814-1879). Darüber hinaus bildet das denkmalgeschützte Bauwerk selbst einen wichtigen Sachzeugen für die Wohn- und Lebensverhältnisse einer Glasbläserfamilie aus dem 19./ frühen 20. Jahrhundert. Nach erfolgtem Umbau und der Neukonzeption des Museums 2010 ist aus dem ehemaligen Heimatmuseum Geißlerhaus ein Museum geworden, das sich speziell mit Dr. Heinrich Geißler- seinem Leben und Wirken sowie den Weiterentwicklungen seiner Erfindungen- und der Neuhäuser Glasgeschichte befasst.

Dr. H. Geißler war der Begründer der modernen wissenschaftlichen Glasinstrumententechnik und des Glasapparatebaus. Mit der Erfindung der sogenannten „Geißlerschen Röhren“, den Niederdruck-Gasentladungsröhren als Vorläufer von Röntgenröhren, Rundfunkempfängerröhren und Leuchtstoffröhren – gilt er in der Physik als Pionier der Elektrizitätslehre und Vakuumtechnik des 19. Jahrhunderts. Die von ihm 1857 entwickelte Quecksilber-Vakuumpumpe ermöglichte es erstmals, ein nutzbares Vakuum zu erzeugen. Bereits zu Lebzeiten erlangte er auch außerhalb des deutschen Sprachraums Bekanntheit auf dem Gebiet des Glasapparatebaus.

Sehr hohe Anerkennung erwarb sich Dr. Geißler wegen „Genauigkeit und hoher Empfindlichkeit“ seiner glastechnischen Produkte. Dafür wurde ihm eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris 1855 zuerkannt. Von der Universität Bonn wurde er am 4. August 1868 für seine Leistungen mit der Ehrendoktorwürde geehrt. Neben Leben und Werk von Dr. Heinrich Geißler wird im Museum die Entwicklung der einheimischen Glasindustrie dargestellt. Die Glasver- und –bearbeitende Industrie war lange Zeit der Haupterwerbszweig im Gebiet der heutigen Stadt Neuhaus am Rennweg. Die Glasherstellung war Hauptgrund für die Gründung des ältesten Stadtteils von Neuhaus am Rennweg im Jahr 1607, der Siedlung Schmalenbuche.

Zwar wird die Glasherstellung seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Neuhaus am Rennweg nicht mehr betrieben, dafür beschäftigen sich bis heute verschiedene Gewerbezweige mit der Glasverarbeitung und Glasbearbeitung. Neben den oben erwähnten Original- Geißlerröhren sind im Besitz des Museums moderne lampengeblasene Glasunikate von international anerkannten Glasgestaltern, die in Neuhaus am Rennweg geboren sind, und deren Exponate heute auch in Museen der USA, Japan und weiteren Ländern ausgestellt sind. Es handelt sich um Unikate von:

-Albin Schädel (1905 bis 1999) – Ehrenbürger Neuhaus/Rwg.
-Kurt Wallstab (1920 bis 2002) – Ehrenbürger Neuhaus/Rwg
-Max Traut (1906 bis 1970) – Entwicklung von lampengeblasenem feuerfestem Fadenglas

Die neue Dauerausstellung des Geißlerhauses spiegelt anhand der baulichen Anlage, der verwendeten Materialien und der Raumaufteilung neben dem Werk Dr. Heinrich Geißlers die Tradition und soziale und wirtschaftliche Prozesse in der Neuhäuser Glasgeschichte wider.
Untergliedert wird die Dauerausstellung durch Inhalt und Raum:

1. Ausstellungsraum Dr. Heinrich Geißler – Raum blau
2. Physikalisches Kabinett – Raum schwarz
3. Ausstellungsraum Glasgeschichte Neuhaus – Raum rot
4. Glasbläserstube
5. Gewölbekeller
Unabhängig von den Bereichen der Dauerausstellung werden im Raum
6 – Flurbereich – wechselnde Sonderausstellungen durch den Förderverein Heimatmuseum Geißlerhaus e. V. organisiert und ausgestaltet.

 

 

 

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